Menschen in veränderten Bewusstseinszuständen und Koma

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Kommunikation - Lebensprozessförderung - Therapie -

spirituelle Begleitung

Psychische Belastungen bei Intensivpatienten und Intensivtagebuch

Ein wichtiger Faktor in der Verarbeitung des traumatischen Stress, demm ein Patient während des Intensivaufenthalts ausgesetzt ist, ist die Erinnerung an das Erlebte.

Oft können sich patienten nicht mehr (genau) an das Geschehen dieser Zeit erinnern oder erinnern Dinge, die sich einer reflexiven Einordnung in ihr Welt- und Selbstverständnis entziehen.

Peter Nydahl und Dirk Knück haben auf dem Hintergrund englischer und dänischer Vorbilder ein "INTENSIVTAGEBUCH" entwickelt, das dem Patienten später helfen soll, das Erinnerte einzuordnen und mit Sinn zu verstehen.

Außerdem bieten sie im Internet unter http://www.intensivnachsorge.de/ einen Fragebogen zur Selbsteinschätzung der psychischen Belastung für ehemalige Intensivpatienten an.

Das Tagebuch, das während des Aufenthaltes auf der Intensivstation gemeinsam von Pflegenden, Angehörigen, Ärzten und allen geführt werden soll, enthält Aufzeichnungen über das Tagesgeschehen, den Besuch, die Stimmung und die Wahrnehmung Aller, die dem patienten begegnen. Vor allem aber wird es als Instrument der Pflege verstanden.

Das Tagebuch wird dem Patienten nach Entlassung übergeben.

Das Intensivtagebuch soll dabei helfen, die Wahrscheinlichkeit einer post-ITS auftretenden Posttraumatische Belastungsstörung, deren Inzidenz bei Intensivpatienten über 30% liegt, deutlich zu verringern. Dies erscheint aus psychotraumatologischer Sicht plausibel, da es zur Strukturierung und der Stabilieiserung der Sinnebene und der erinnerten Gedächtnisinhalte beiträgt.

Nähere Informationen über das Tagebuch findet man auf der Homepage des Projekts www.intensivtagebuch.de

Bezieht man den Ansatz einer lebensprozessfördernden Begleitung WÄHREND der Zeit auf der Intensivstation mit ein, so könnte bereits hier ein Tagebuch, in das alle Beteiligten Ihre Wahrnehmungen (nicht Deutungen!) zum Patienten eintragen, ein gutes Instrument sein, die Kommunikation zwischen Angehörigen, Pflegenden, Ärzten, Therapeuten, Seelsorgern u.a. zu verbessern und so dem Patienten und seinem inneren Prozessen dienlich zu sein.

Die Einführung eines Intensivtagebuchs kann daher nur empfohlen werden.